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Brotkrumen

Hola :)

Blick auf BarcelonaIch bin über das Programm in Barcelona gelandet und werde ein wenig davon berichten. Ich fand den Aufbau von dem vorherigen Eintrag ganz praktisch, deshalb passe ich meinen Text dem ein wenig an. Sonst arbeite ich ebenfalls bei Hellmann und absolviere dort eine Ausbildung zur Speditionskauffrau, allerdings am Standort Hamburg. Hier in Barcelona arbeite ich in einer Niederlassung von uns und bekomme die Möglichkeit, in anderen Abteilungen zu arbeiten und mir auch die hiesigen Arbeitsabläufe anzuschauen.

Für mich ist es nicht der erste Besuch in Barcelona, ich war hier bereits im Frühjahr 2010 im Rahmen der Studienfahrt in der Oberstufe. Durch eine Dolmetscher-Ausbildung spreche ich zudem auch Spanisch (was hier auch absolut notwendig ist!)

Nun viel Spaß beim Lesen!

Fangen wir mit den "Basics" an:

Unterkunft

Ich wohne hier recht zentral in Barcelona in der Naehe des Placa Catalunya.

Gerade in der Innenstadt und bei jungen Leuten ist es beliebt in einer WG zu leben. So wohne also auch ich mit 4 weiteren Leuten in einer Wohnung und jeder von uns besitzt ein kleines Zimmer. Die Kosten dafür liegen im Monat so bei etwa 400€, die man einkalkulieren sollte. Hierfür sollte man aber nicht zu viel erwarten, in der Regel handelt es sich um ein Zimmer mit der Größe von 10qm (Bett, Kleiderschrank und ggf. noch ein Schreibtisch). Trotz der zentralen Lage bekomme ich vom Tourismus-Lärm nichts mit, bin aber dennoch innerhalb weniger Minuten am Placa Catalunya bzw. in 20 Minuten am Strand. 

Einkaufen/Essen

Schinken

Die Preise der Lebensmittel sind echt unterschiedlich und variieren natürlich auch von Geschäft zu Geschäft. Ich gehe hier viel bei LIDL einkaufen, dort bekommt man ein recht ähnliches Sortiment wie in Deutschland, ebenso ist es hier auch vom Preisverhältnis sehr ähnlich.

Vollkornbrot gibt es hier eher selten, entweder in der Bäckerei oder im Supermarkt ab 2,50€ - eine Grenze nach oben gibt es nicht. Gerade BIO-Produkte gibt es hier fast ausschließlich aus Deutschland, dementsprechend teuer sind diese auch. Als Vegetarierin habe ich nicht so die große Auswahl wie ich es aus Deutschland gewohnt bin, der "Trend" ist hier noch nicht wirklich angekommen. Zudem ist Barcelona das Schinken-Paradies schlechthin!

Fuer den Notfall gibt es an vielen Ecken kleine Supermercats. Diese sind vor allem für Touristen ausgelegt und haben somit auch jeden Sonntag geöffnet. Man kann sich die Preise dort aber denken….

Durch die zentrale Lage habe ich hier alles um die Ecke. Die Geschäfte haben größtenteils bis 21/22 Uhr geöffnet, auf den Straßen ist also immer gut etwas los.

Arbeiten

Man kennt es aus Erzählungen, die Spanier fangen den Tag ein wenig später an, dafür geht dieser aber um so länger. Meine Arbeitszeiten hier sind von 08:30 – 18:00 mit einer Siesta von 1,5 Stunden von 13:30 – 15:00. Das Mittagsessen ist sehr wichtig! Die meisten meiner Kollegen fahren dafür nach Hause oder gehen hier in der Umgebung essen. Wir haben zudem einen Essensraum mit Snack-Automaten, Mikrowellen, Kühlschraenken, etc.

Im Umgang miteinander kommen mir die Spanier entspannter vor. Die Hierarchie in der Firma ist recht flach, man duzt sich eigentlich mit allen und der Umgangston ist viel entspannter und lockerer. Zwischendurch wird auch mal ein Päuschen bei Kaffee und Keks gemacht und man quatscht ein wenig miteinander. Überstunden macht man hier kaum, es sei denn, es ist wirklich absolut notwendig. Wir arbeiten hier in Großraumbüros und dadurch, dass so zum Einen mehr kommuniziert wird, aber auch zum Anderen, dass hier jeder seinen eigenen abgetrennten Arbeitsplatz hat, der so dekoriert wird, wie man möchte, kommt es mir vor, wirkt die ganze Arbeitsmoral entspannter. 

Die angenehme Atmosphäre gleicht die längeren Arbeitszeiten somit wieder gut aus!

Infrastruktur

Neben Auto die wichtigsten Verkehrsmittel: Mofa & Fahrrad. An jeder Ecke stehen hier Fahrräder zum Ausleihen und wenn die Wohnung zu klein ist, dann wird das Zweirad eben auf dem Balkon abgestellt.

Ich fahre mit der Metro zur Arbeit und bin mit dem Liniennetz sehr zufrieden. Gegenüber von meiner Arbeitsstelle gibt es eine Haltestelle und am Placa Catalunya ist natürlich der Knotenpunkt. Anbei ein kleines Foto von dem Metro-Plan, damit ich nicht alles beschreiben muss ;).

Metro Plan in Barcelona

Ich habe mir hier ein 3-Monats-Ticket geholt, das es für 142€ zu kaufen gibt (bis 25 Jahre ist es für knapp 100€ zu erwerben). Mit diesem kann man innerhalb der Zone 1 (eigentlich die komplette Zone, die man auf der Karte sieht) alle Metros nutzen, so wie die ersten Stationen der Fernverkehrszuege und die Busse. Auch die sogenannte Funicular (Drahtseilbahn) zum Berg Montjuic ist im Preis enthalten.

Freizeit

Strände, Strände und nochmal Strände – das ist denke selbsterklärend.

In dieser Stadt gibt es eine Menge an Sehenswürdigkeiten. Museen (z.B. Picasso), Park Guell, Castell de Montjuic, Tibidabo, ganz viel Architektur, etc.

Im Prinzip mache ich hier jedes Wochenende etwas anderes. Sei es ein Stadtbummel durch das gothische Viertel (in dem ich wohne) oder durch die Gassen von Born oder Ausflüge zu den Sehenswuerigkeiten.

Ein paar Eindrücke mit Fotos und Beschreibungen:

Auf dem Gipfel des TIBIDABO befindet sich ein Tempel und an dessen Fuß ein Vergnügungspark. Von hier aus hat man einen tollen Ausblick auf Barcelona und kann dort sehr gut wandern. Wem Auf- und Abstieg zu Fuß aber zu viel sind, kann entweder mit dem Auto oder dem Bus hochfahren oder man nimmt zunächst die traditionelle Straßenbahn (s.u.) und anschließend die Funicular (7,70€) und fährt den Berg hinauf.

Straßenbahn  b_210_0_16777215_00_images_Erasmus-Blog_6.jpg b_210_0_16777215_00_images_Erasmus-Blog_7.jpg

Der MONTJUIC ist ein weiterer Berg an der Küste Barcelonas. Hinauf geht es auch wieder entweder zu Fuß, mit den Oeffis oder zunächst mit der Funicular und anschließend mit der Seilbahn (Telefèric). Auf dem Gipfel befindet sich das Castell de Montjic. Auch von hier aus hat man wieder einen schönen Ausblick auf die Stadt und auf den Hafen (für mich als angehende Spedi-Kauffrau natürlich sehr interessant). Schön sind vor allem die vielen Wege durch die Natur. Nicht unweit befindet sich hier auch das Stadion der Olympischen Sommerspiele 1992. Am Fuß des Berges findet man den Placa Espanya, an dem im Sommer regelmäßig Wasserspiele am dortigen Brunnen stattfinden. Hier befindet sich auch eine ehemalige Stiefkampfarena, die mittlerwele in ein Shopping-Center umfunktioniert wurde.

Brunnen b_210_0_16777215_00_images_Erasmus-Blog_8.jpg

FESTA DE GRÀCIA

Dieses Event muss ich eben noch erwähnen. Am 15.08. wird hier Mariä Himmelfahrt gefeiert und gleichzeitig findet auch dieses Fest statt. Es befindet sich im Stadtteil Gràcia und dauert eine Woche. Hier schmücken die Anwohner ausgewählte Straßen und kämpfen in einem Wettbewerb um die am schönsten geschmückte Straße. Es gibt viele Stände mit selbstgemachten Spezialitäten, aus deren Verkauf die jeweiligen Anwohner die Kosten der Gestaltung finanzieren.

Anbei die Bilder, diese sagen ja bekanntlich mehr als 1000 Worte.

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Wie es hier bezüglich Abends weggehen und feiern aussieht, weiß ich nicht, da sich das außerhalb meines Interessenbereiches befindet.

Allerdings gibt es hier viele kleine Bars, Clubs und Diskotheken, insbesondere in Strandnähe.

Soziale Netzwerke

Auf Facebook gibt es eine nette Seite „Deutsche in Barcelona“, in denen man sich verabredet und bei Problemen hilft. Hier bekommt man auch Angebote für die Wohnungssuche, Tipps für das Wochenende oder Vorschläge, wo man die besten Tapas in Barcelona essen kann.

Ansonsten bin ich hier allerdings viel auf mich selbst gestellt oder unternehme etwas mit meinen WG-Mitbewohnern, da meine Kollegen größtenteils außerhalb des Zentrums oder der Stadt wohnen.

Sonstiges

Da hier am 1.10. das Referendum zur Unabhängigkeit Kataloniens stattfindet, ist die Politik in diesen Tagen ein wichtiges Thema. Die spanische Regierung versucht (mit allen Mitteln) das Referendum zu verhindern und dementspechend ist hier die Stimmung bei den Befürwortern. Kürzlich fand hier eine Demo mit 500.000 Menschen statt um ein Zeichen gegen den Terrorismus zu setzen. Im Vorfeld wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Veranstaltung nicht zu politischen Zwecken genutzt werden soll - die Praxis sah allerdings anders aus.

Falls ich das erwähnen darf: weitere Stories und Bilder gibt es auf meinem persönlichen Blog https://doscervezasblog.wordpress.com/

Das war's von mir aus dem Süden.